Siegmar Zacharias & Samuel Hertz: WAVES #5 – Listening Sessions Towards Social Bodies

Ground Swell arbeitet mit den niedrigen und langsamen Schwingungen der Geophonie, um sich eine Verlängerung der Zeiträume des Hörens und Fühlens vorzustellen. Wie können die Zeiträume unserer Hörwelten gedehnt, erweitert und ausgedehnt werden, um neue Räume und Zeiträume der Aufmerksamkeit und Wahrnehmung zu schaffen? Mit Hilfe sensibler Feldaufnahmegeräte werden ausgedehnte Skalen und Zeitabläufe von Klängen aufgedeckt, die darauf abzielen, eine zeitliche Somatik durch Klang (neu) zu orientieren. WAVES ist ein Angebot, gemeinsam zu üben, unsere Körper als Resonanzräume füreinander zu geben, um in den wilden Räumen der Trauer, der Freude, des Heilens zusammen zu sein.

Von Mai bis Dezember 2021 bieten Siegmar Zacharias und ihr Team gemeinsam mit dem FFT Düsseldorf und den Sophiensælen Berlin eine Reihe von Listening Sessions an, um dieses Erschüttert- und Verbunden-Sein durch Wellen sensorisch und affektiv zu erfahren. Die Listening Sessions sind Klangmeditationen, um gemeinsam in einem Raum zu verweilen, in dem wir nicht allein sein müssen. Aufbauend auf einer feministischen Praxis des Nährens und Regenerierens soll ein transformatives Beben unterstützt werden, während gleichzeitig auch die komplizierte Trauer, die in dieser Zeit präsent ist, anerkannt wird. Eine Kernfrage dabei lautet: Wie können wir anders zusammen sein? 

Siegmar Zacharias (RO/D) arbeitet mit verschiedenen Formaten, die sich mit der Neben- und Gegenüberstellung von Theorie und Material beschäftigen. Dabei changieren diese ästhetisch zwischen Arbeit und Humor, Do-It-Yourself Low- und High-Tech. Gezeigt wurden ihre Arbeiten bereits national und international in Theaterhäusern und auf Festivals, in Galerien und Konferenzen, in Gewächshäusern, im Wald und im Himmel. Zacharias ist Mitglied des Kollektivs SXS Enterprise und Mitbegründerin der künstlerischen Austausch- und Forschungsplattform WOW – WE WORK HERE. Neben ihrer Kunst ist sie ebenfalls als Dozentin tätig. Sie arbeitet mit Menschen und unkontrollierbarem Material wie Rauch, Schleim und dem Nervensystem. So entstanden zum Beispiel SLIME DYNAMICS und Drooling Lecture. Mit der Idee, künstlerische Forschung öffentlich zu betreiben, entwickelte sie unter dem Titel Training für politische Vorstellungskraft seit 2017 24-stündige immersive, kuratorische Projekte, in denen Forscher*innen, Künstler*innen, Aktivist*innen eingeladen waren, ihre Arbeit mit dem Publikum zu teilen. Es entstanden Veranstaltungen wie: The Other Thing (MDT Stockholm 2017), Intimacy with Death (Agora Berlin 2018), Posthuman Solidarities (FFT Düsseldorf 2019), ANIMAterialities – The Future of Grief (FFT Düsseldorf 2020).

Samuel Hertz (geb. 1987 in Washington, D.C., USA) ist ein in Berlin ansässiger Klangkünstler und Forscher, der Verbindungen zwischen Klang und Klima erforscht und dabei geologische, ökologische und soziale Hörpraktiken auf mehr als nur menschlicher Ebene betont. Er studierte Komposition bei Pauline Oliveros, Fred Frith, Zeena Parkins und Maggi Payne am Mills College. Hertz‘ Performances umfassen ein breites Spektrum an Medien, darunter IMAX-Filme, Surround-Sound-Installationen, interstellare Übertragungen und Doom-Metal-Konzerte. Er ist Autor von neun Aufsätzen über die Beziehungen zwischen Klang und Umwelt, darunter eine aktuelle Arbeit für das Onassis Institute und Beiträge zu einem kommenden Buch der Universität für angewandte Kunst Wien. Frühere Arbeiten von ihm wurden unter anderem beim Ars Electronica Festival 2020 (AT), im Palais de Tokyo (FR), in Fylkingen (SE), im National Science + Media Museum (UK) und in Opera North (UK) präsentiert. In letzter Zeit widmet Hertz seine Zeit DOOM (mit Layton Lachman), einer Dauerperformance in Form eines Doom-Metal-Konzerts, die demnächst beim BONE Festival for Performance Art (CH) und bei den Tanztagen Berlin 2022 der Sophiensæle aufgeführt wird. 

Komposition Samuel Hertz Hosting Siegmar Zacharias

Eine Produktion von Siegmar Zacharias in Koproduktion mit SOPHIENSÆLE und FFT Düsseldorf. Unterstützt durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ – STEPPING OUT, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen der Initiative NEUSTART KULTUR. Hilfsprogramm Tanz sowie der Gwaertler Stiftung. Medienpartner: taz. die tageszeitung

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